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Was sind Rückenschmerzen 

Rückenschmerzen, bei denen keine klare Ursache vorliegt, werden als „Nicht-spezifische Rückenschmerzen“ bezeichnet und sind sehr verbreitet. 

Etwa 4 von 5 Deutschen haben sie mindestens einmal im Leben. Betroffene nehmen diese als Schmerz, Muskelverspannung und/oder Muskelsteife im Bereich des Rückens mit oder ohne Ausstrahlung wahr. 

Am häufigsten kommen sie im Bereich der Lendenwirbelsäule (Kreuzschmerzen) und der Halswirbelsäule (Nackenschmerzen) vor.

Meistens gehen akute Rückenschmerzen nach wenigen Tagen oder Wochen von selbst wieder zurück. 

Mehr als die Hälfte der Betroffenen ist aber auch nach einem Jahr noch nicht wieder schmerzfrei. Bei manchen werden die Schmerzen chronisch, das heißt sie bestehen länger als drei Monate.

Um dies zu vermeiden ist es wichtig, die Ursachen anzugehen.


So entstehen Rückenschmerzen

Rückenschmerzen entstehen, wenn die Nerven nahe der Wirbelsäule gereizt werden. Dafür kann es viele Gründe geben. Oft kommen mehrere Dinge zusammen, wenn der Rücken schmerzt, zum Beispiel: 

Biologische wie

  • Bewegungsmangel und eine schwache Rumpfmuskulatur
  • Generell geringe körperliche Kondition
  • Muskelverspannungen auch infolge von Fehlbelastungen
  • Fehlbelastungen durch langes unbewegliches Sitzen, einseitige oder schwere körperliche Arbeit
  • Übergewicht & Adipositas


Auch seelische Gegebenheiten und besondere Lebensumstände können dazu beitragen, dass Rückenschenschmerzen entstehen oder dauerhaft werden wie z.B.

  • Psychosoziale Belastungen wie Stress z.B. am Arbeitsplatz, finanzielle oder familiäre Sorgen, ausgeprägte Ängstlichkeit, Selbstzweifel oder Erkrankungen wie Depressionen


Was kann ich tun ?

Um solche Rückenschmerzen zu lindern und zu vermeiden, können Sie selbst viel tun, unter Beachtung der beschriebenen Risikofaktoren.

  • Regelmäßige körperliche Aktivität ist die wirksamste Möglichkeit, wiederkehrenden Rückenschmerzen vorzubeugen. Ein geeignetes Training besteht zum Beispiel aus Kräftigungs- und Stabilisierungsübungen für die Rumpfmuskulatur. Wichtig ist, dass man regelmäßig trainiert – am besten mehrmals pro Woche. 


  • Eine gesundheitsfördernde Ernährung wirkt entzündungshemmend, unterstützt die Gewichtsoptimierung und wirkt sich positiv auf mögliche Begleiterkrankungen aus


  • Es ist wichtig nicht zu rauchen, denn das Rauchen fördert Entzündungen im ganzen Körper und kann Begleiterkrankungen, wie beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Osteoporose mit sich bringen. Die toxischen Stoffe der Zigarette schädigen also nachhaltig unsere Zellen, egal ob Nerven, Herz, Knochen oder Arterien, der Körper leidet darunter


  • Eine ausgeglichene psychische und soziale Situation vermindert die Chance erheblich, dass Rückenschmerzen entstehen oder sich verschlechtern. Durch körperliche Aktivität produziert unser Körper stimmungsaufhellende Stoffe und wirkt so positiv auf unsere psychische Situation.


Quellen:
Patientenleitlinie Kreuzschmerz
Nationale Versorgungsleitlinie Kreuzschmerz
https://www.gesundheitsinformation.de/rueckenschmerzen.2378.de.html (Stand 20.05.2019)
Banzer, W. (Hrsg.) (2017): Körperliche Aktivität und Gesundheit. Präventive und therapeutische Ansätze der Bewegungs- und Sportmedizin. Heidelberg 2017.